Stephan Morgenstern
Studium bei Otto Steinert an der Folkwangschule
10 Jahre Frankfurter Rundschau Redaktionsfotograf
1990 - 91 für den SPIEGEL die ➜ Wende in der DDR
1995 ➜ Adonis und das Auto aus Russland Ton/Dia-Schau mit Michael Herl und Panagiotis Fotiadis. Musik: Jannis Karis
2006 ➜ wo das Geld wohnt für den STERN zusammen mit Uli Mattner Ausstellung im Fotografieforum ⭐ Internationaler Medienpreis 1. Platz
2010 Das Zabergäu für Neckar-Zaber-Tourismus
2016 ➜ Trappeto-Solingen für Deutschlandradio Kultur ⭐ Grimme-Online-Award
Anita Strecker in der Frankfurter Rundschau:
Er hat die Welt im Fokus und jedes Detail, interessiert, zugewandt. "Ich guck' immer schon. Mein Leben lang. Neugierig halt", sagt er lapidar. Was soll man schon sagen. Stephan Morgenstern macht nicht viel Aufhebens um sich und seine Profession, aber ziemlich starke Bilder. Sie haben ihn gewissermaßen gefunden. Zufällig, wie das so ist. Ein Freund fragte ihn, ob er mit nach Persien kommen wolle, 17 Jahre alt war er damals, Gymnasiast in Lauffen am Neckar und ohne Lust aufs Abitur. So ist er mitgefahren auf eine spannende, dreimonatige Reise - und brachte seine ersten Bilder mit. Seine Mutter hatte ihm eine Kamera und Filme mitgegeben
Der Mann, der 1951 in Bautzen geboren wurde, als Fünfjähriger mit den Eltern nach Isny zog, wenig später in die Nähe von Hannover und schließlich ins Schwabenland, war angekommen: Fotografieren, das ist es. Er hat sich reingekniet, die Zeitschrift Merian abonniert, fährt schließlich irgendwann ins Hohenloher Land nach Schwäbisch Hall und verkauft drei Bild-Doppelseiten an Merian.
Danach bewirbt er sich beim "Fotografie-Papst" Otto Steinert an der Essener Folkwangschule. Er ist einer unter 4000, Abitur ist Voraussetzung. Morgenstern wird genommen, auch ohne Abi. Er lächelt, sagt es, als wäre es ihm fast peinlich. Dass ihm Steinert, der große Lehrer, "eine außerordentliche künstlerische Begabung" bescheinigt, erwähnt er nicht. Er richtet das Licht auf andere. Er steht hinter der Kamera.
Und das schon ziemlich lange. Nach dem Studium fängt er 1979 als Fotograf bei der Frankfurter Rundschau an, 1990 geht er für den SPIEGEL nach Leipzig und dokumentiert die Wende. Frankfurt bleibt aber Wahlheimat. Nach zwei Jahren kehrt er zurück, arbeitet als freier Fotograf für Spiegel-Online, Merian, Brigitte, macht Reiseführer, Ausstellungen, Bildbände, Multimedia-Schauen.
Fotografie mit neuen Medien verbinden, auch das interessiert ihn und "die Langzeitbetrachtung, die Dokumentation der Veränderung". Genau richtig also, dass Stephan Morgenstern für die Frankfurter Rundschau den Wandel des Ostends bis zur Eröffnung der Europäischen Zentralbank 2011 in Bildern begleiten und dokumentieren wird und dabei Geschichten erzählt von Menschen im Quartier - neugierig, zugewandt, mit einem Blick.
ana
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